Das Silicon Valley im Rückspiegel: Qambria auf der Überholspur

Qam­bria befasst sich mit einem The­ma, das für viele nach Sci­ence-Fic­tion klingt, aber äusserst hand­fest ist: Quan­ten­com­put­er. Das Start­up aus Steck­born hat gute Voraus­set­zun­gen, sich zum glob­alen Tak­t­ge­ber zu entwick­eln. Vom Start­net­zw­erk Thur­gau hat Qam­bria das Förder­paket im Wert von CHF 18’000 erhal­ten.

Kün­stliche Intel­li­genz ist in aller Munde, KI-Gurus schiessen wie Pilze aus dem Boden. Sich mit Quan­ten­com­put­ing zu beschäfti­gen, ste­ht hinge­gen bei den wenig­sten auf der Tage­sor­d­nung. Dabei ist das Poten­zial riesig: Quan­ten­com­put­er sollen Auf­gaben lösen, an denen heutige Rech­n­er scheit­ern, etwa die Sim­u­la­tion neuer Mate­ri­alien und Medika­mente oder die Opti­mierung kom­plex­er Abläufe. Während ein nor­maler Com­put­er mit Nullen und Ein­sen rech­net, nutzt ein Quan­ten­com­put­er Effek­te der Quan­ten­physik. Für Laien bild­haft erk­lären lässt sich das kaum.

Der Hak­en: Die Maschi­nen sind extrem empfind­lich, schon kle­in­ste Störun­gen führen zu Fehlern. Daran arbeit­en Forschende und Fir­men weltweit – zum Beispiel im Sil­i­con Val­ley.

Zukunftsmusik aus Steckborn

Jed­er Quan­ten­rech­n­er braucht einen nor­malen Com­put­er an sein­er Seite, der Fehler in Sekun­den­bruchteilen erken­nt und kor­rigiert. Heute beste­ht diese «klas­sis­che» Seite oft aus einem Flick­w­erk von Bauteilen, die nie für diese Auf­gabe gedacht waren. Das kostet Tem­po und Zuver­läs­sigkeit.

Hier set­zt Qam­bria an. Das Team baut die Schnittstelle zwis­chen Quan­ten- und Nor­mal­rech­n­er, qua­si den Diri­gen­ten, der bei­de im Takt hält. Die eigens entwick­elte Soft­ware koor­diniert, welche Auf­gabe wo läuft. Weit­ere Bausteine sor­gen dafür, dass Dat­en blitzschnell hin und her fliessen und Fehler sofort behoben wer­den.
Qam­bria baut keine Quan­ten­com­put­er selb­st, son­dern lizen­ziert seine Tech­nolo­gie. Sie soll mit Maschi­nen ver­schieden­er Her­steller funk­tion­ieren.

Zehn Fachleute, erste Pilotpartner

Gegrün­det wurde das Unternehmen 2025, heute arbeit­en zehn Per­so­n­en mit ein­schlägiger Branch­en­er­fahrung daran. Die ersten Soft­ware-Bausteine laufen bere­its bei Pilot­part­nern. Langfristig will Qam­bria helfen, dass Quan­ten­com­put­er vom Laborg­erät zum ver­lässlichen Werkzeug wer­den, etwa in Hochleis­tungsrechen­zen­tren, wo sie kün­ftig als Beschle­u­niger neben klas­sis­chen Super­com­put­ern arbeit­en.

«Ein Quan­ten­com­put­er ist nur so nüt­zlich wie seine Verbindung zur beste­hen­den Rechen­in­fra­struk­tur. Genau diese Verbindung bauen wir. In den näch­sten Monat­en brin­gen wir unsere Bausteine zur Pro­duk­treife und gewin­nen weit­ere Part­ner. Das Förder­paket des Start­net­zw­erks Thur­gau hil­ft uns, diese Schritte schnell und ziel­gerichtet zu gehen», sagt Dominik Ulmer, Grün­der und CEO von Qam­bria.

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