Tourenskifahren ist in den Alpen sehr verbreitet und eine Leidenschaft vieler Wintersportler. Rund 1.2 Mio Menschen sind im Alpenraum regelmässig auf Tourenski unterwegs, die Zahl der Neuentwicklungen für den Wintersport steigt stetig. Doch der Weg bergauf bleibt eine echte Herausforderung – besonders für Einsteiger, ältere Menschen oder jene, die körperlich nicht mehr so fit sind. Genau hier setzt Stefan Lang mit seinem e‑SKI-Modul an. Die benötigte Kraft für den Aufstieg generiert ein elektrischer Antrieb.
Modulares Akku-Antriebssystem, das sich an Schrittgrösse und Gewicht automatisch anpasst; Nachrüstbar auf gängigen Tourenski.
Seit vier Jahren führt Stefan Lang seine eigene Firma TecVentum mit drei Mitarbeitenden. Er ist kein typischer Startup-Gründer, sondern ein klassischer Tüftler. Nach einer Lehre als Mechaniker, bei der er sich ordentlich mit Drehbank und Fräsen auseinandergesetzt hat, entschied er sich für ein Studium im Maschinenbau. Sein Weg führte ihn unter anderem zum Neigezug, wo er an den technischen Feinheiten mitarbeitete, die man im Innern eines Zuges kaum sieht, aber ohne die nichts läuft.
Dann kam er mit dem Thema Tourenski in Berührung «Vor sieben Jahren sagte mein Schwager auf dem Sessellift zu mir: Jetzt fräsen alle mit E‑Mountainbikes auf den Berg. Das Nächste, was kommt, ist sicher ein elektrischer Tourenski. Trotz anfänglicher Zweifel liess mich der Gedanke nicht los, vor allem, weil er jeden Winter erneut fragte, ob ich nun etwas entwickelt hätte.», so der Tüftler aus Kreuzlingen.
Der Gewinn des Thurgauer Jungunternehmerpreises 2025 (CHF 5 000) mit e‑SKI im Rahmen der „Höhle der Thurgauer Löwen“.
Modular und nachhaltig: Eine clevere Lösung fürs Aufsteigen
Die Technologie des e‑SKIs ist einfach und effizient: Ein Riemen verbindet die Spitze des vorderen Skis mit dem Heck des hinteren. Beim Gehen zieht der vordere Ski so den hinteren Ski mit – und die Skier „laufen“ praktisch von selbst den Hang hinauf.
Auf den Ski werden zwei Adapterplatten montiert, auf denen das akkubetriebene Modul andockt. Verschiedene Modelle gib es nicht; die Elektronik passt sich automatisch an das Gewicht und die Schrittgrösse an, und die Unterstützung lässt sich – wie man es vom E‑Bike kennt – individuell einstellen. Auf dem Gipfel entfernt man das Modul, verstaut es im Rucksack und geniesst die Abfahrt.
Der Schritt vom Ingenieur-Tüftler zur Serien-Produktion zeigt: Innovation ist eine Sache, aber Umsetzung, Skalierung und industrielle Partner sind entscheidend — und das braucht Zeit, Ressourcen und strategische Partner.
Durch die Teilnahme an der Höhle der Thurgauer Löwen erhielt das Projekt eine starke öffentliche Präsenz, wertvolle Reichweite sowie einen finanziellen Zuschuss, der direkt in die Weiterentwicklung des Prototyps fliesst. Dazu kamen zahlreiche neue Kontakte aus der regionalen Startup- und Unternehmensszene, die Stefan Lang heute aktiv in seiner Entwicklung unterstützen.
Beim Business Check Tag erhielt e‑SKI eine strukturierte Aussensicht auf Geschäftsmodell, Marktpotenzial und Skalierbarkeit. Das Stargespräch wiederum half, konkrete Herausforderungen anzusprechen und Prioritäten geschickt zu setzen.
Zusätzlich sorgten regelmässige Netzwerkanlässe für wertvolle Begegnungen. Gemeinsam führten all diese Elemente dazu, dass e‑SKI heute deutlich sichtbarer, strategisch klarer ausgerichtet und besser vernetzt ist.
Einen Elektronik-Partner finden zur Optimierung von Motoren und Software.
10–20 Prototypen bauen und Nutzer-Tests mit Testimonials durchführen.
Produktrampe starten und Markteinführung vorbereiten