Wer heute ein Fahrzeug fährt, erwartet Funktionen wie Apple CarPlay, eine Rückfahrkamera oder ein digitales Cockpit. Doch viele dieser Ausstattungen fehlen – obwohl sie technisch problemlos nachgerüstet werden könnten. Genau darauf haben sich Valentin Portmann und Jannik Uhlmann spezialisiert.
Das Unternehmen aus Wängi rüstet Fahrzeuge mit originalen Komponenten nach und behebt Softwareprobleme dort, wo andere gleich teure Hardware ersetzen würden. Dabei gilt ein einfacher Grundsatz: Jede Nachrüstung soll sich anfühlen, als wäre sie bereits ab Werk verbaut worden.
Die Geschichte begann nicht in einer Garage, sondern auf der täglichen Autofahrt zur Berufsschule nach Zürich. Valentin und Jannik fuhren gemeinsam zur Schule und stellten sich unterwegs immer wieder dieselbe Frage: Was lässt sich an ihrem Fahrzeug mit wenig Aufwand sinnvoll verbessern?
Schnell stiessen sie auf das Thema Fahrzeugcodierung. Die Möglichkeiten faszinierten sie – auch wenn ihnen anfangs davon abgeraten wurde, an der Software moderner Fahrzeuge Änderungen vorzunehmen.
Schliesslich fanden sie über Tutti einen Anbieter in Zürich. Nach einem einzigen Nachmittag intensiver Recherche wurde den beiden klar, dass sie sich bereits ein grösseres Fachwissen angeeignet hatten als der damalige Dienstleister. Also investierten sie rund 800 Franken in ihr erstes Diagnosegerät, bauten innerhalb einer Woche eine Website auf und gewannen kurz darauf ihre ersten Kunden. Das erste Gerät finanzierte sich praktisch mit dem ersten Auftrag selbst.
Ein Jahr später ergab sich die nächste Chance: Ein Kunde übernahm seinen Lehrbetrieb und bot ihnen an, sich in dessen Werkstatt einzumieten. Aus der kleinen Nebentätigkeit entwickelte sich Schritt für Schritt ein Unternehmen. Heute führen sie den Betrieb am Standort in Wängi sogar selbst weiter.
Zu den besonderen Projekten zählen Nachrüstungen und Codierungen für Behördenfahrzeuge sowie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten und Unternehmen, die heute zu den Kunden zählen. Mindestens genauso wichtig ist für die beiden Gründer jedoch das Vertrauen ihrer Kundschaft. Viele neue Aufträge entstehen mittlerweile über persönliche Empfehlungen.
Wer sein Fahrzeug umbauen lässt, möchte am Ende keinen Unterschied zur Werksausstattung erkennen. Genau darauf legen sie den grössten Wert. Es werden ausschliesslich originale Ersatzteile verwendet. Die Nachrüstungen entsprechen dadurch optisch und technisch den originalen Ausstattungen des Herstellers.
Auch bei Defekten verfolgt das Unternehmen einen anderen Ansatz: Statt vorschnell teure Komponenten auszutauschen, wird zuerst geprüft, ob sich das Problem durch eine gezielte Softwarediagnose oder Reparatur beheben lässt. Das spart den Kundinnen und Kunden oft erhebliche Kosten.
Ein weiterer Qualitätsbeweis sind die ausschliesslich positiven Google-Bewertungen, welche die hohe Kundenzufriedenheit widerspiegeln.
Valentin und Jannik stammen ursprünglich nicht aus der klassischen Automobilbranche. Genau das sehen sie heute als grossen Vorteil.
Sie betrachten moderne Fahrzeuge nicht nur als Autos, sondern als komplexe Computersysteme auf Rädern. Diese technische Denkweise hilft ihnen dabei, Probleme oft anders anzugehen als traditionelle Werkstätten und innovative Lösungen zu finden.
Kennengelernt haben die beiden Gründer das Startnetzwerk Thurgau beim Grill & Chill. Daraus entwickelte sich eine langjährige Verbindung.
Ob an Round Tables, beim Neujahrsapéro, im Podcast «Get Roasted» oder an weiteren Netzwerkveranstaltungen – der regelmässige Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern liefert neue Perspektiven, wertvolle Kontakte und praxisnahe Erfahrungen.
Gerade dieser unkomplizierte Wissenstransfer sowie das starke regionale Netzwerk werden von den beiden besonders geschätzt.
Die Automobilbranche verändert sich rasant. Deshalb richten sie den Blick bereits auf die Zukunft.
Ein Schwerpunkt wird der Ausbau des Angebots für Elektrofahrzeuge sein – insbesondere Reparaturen auf Zell-Ebene bei Hochvoltbatterien. Gleichzeitig beschäftigen sich die Gründer intensiv mit der Frage, wie sich der Markt langfristig entwickeln wird und welche Dienstleistungen künftig gefragt sein werden.
Ein weiteres grosses Ziel ist der Bau einer eigenen Liegenschaft mit mehreren Werkstätten, von denen ein Teil an andere Unternehmen vermietet werden soll.